Geschichte der Ludendorff-Brücke

Die Brücke von Remagen überspannte den Rhein von 1918 bis 1945. Im Rahmen des Schlieffen - Plans wurde eine Brücke an dieser Stelle bereits 1912 geplant, jedoch erst von 1916 bis 1918 auf Drängen der deutschen Generalität erbaut.

Sie war Teil einer Brückenfamilie aus drei ähnlichen Eisenbahnbrücken über den Rhein, sollte vor allem als Verbindung von der rechten Rheinstrecke über die Ahrtalbahn zur Eifelbahn dienen und den Nachschub an die Westfront verbessern. 1918 gab Kaiser Wilhelm II. der 398 m langen neu erbauten Rheinbrücke den Namen Ludendorff-Brücke zu Ehren des Generals der Infanterie Erich Ludendorffs.

Da es sich bei der Brücke um ein militärisch wichtiges Bauwerk handelte, wurden beide Widerlager der Brücke mit den noch heute erhaltenen, festungsartigen Brückenköpfen versehen. Eine Bedeutung Der Brücke für den Krieg war zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen.

Im Frühjahr 1945 stiess die 1. US Armee zunächst nördlich und südlich an Remagen vorbei, da sie mit einer baldigen Sprengung der Brücke rechneten. Ein Teil der Bevölkerung suchte in dem Eisenbahntunnel Zuflucht, der sich rechtsrheinisch an der Brücke anschließt. Die Verteidiger wollten die Brücke so lange wie möglich offen halten, damit noch möglichst viele deutsche Soldaten und ihr schweres Gerät die Brücke überqueren konnten.

Am 7. März Uhr gelang es einer kleinen Vorhut der 9. US-Panzerdivision unter Führung des deutschstämmigen  2nd Lieutenant  Karl H. Timmermann, die völlig intakte Brücke zu erreichen.

Höchst überrascht informierte er sofort den Kommandeur der  9. US-Panzerdivision, General William M. Hoge, über die betriebsbereite Brücke. Dieser befahl den sofortigen Angriff und ihre Einnahme.

Mittags begann der Angriff der alliierten Soldaten an der Brücke. Die erste Sprengung der Deutschen, die einen Teil der Ladungen zündeten, riss einen zehn Meter breiten Krater in die linksrheinische Rampe. Um 15:40 Uhr versuchten die Deutschen erneut die Brücke zu sprengen, was aber scheiterte. Sie hob sich zwar etwas, fiel dann aber unversehrt in ihre Lager zurück, da ein Sprengkabel durch eine Panzergranate zerstört worden war. Eine der letzten unzerstörten Rheinbrücken konnte daraufhin von den US Truppen in einem wahren Himmelfahrtskommando eingenommen werden. General Eisenhower soll ausgerufen haben: „Die Brücke ist ihr Gewicht in Gold wert“.

Zwischen dem 8. und 9. März 1945 schossen die Deutschen ca. 3000 Granaten auf die Brücke, doch ihre Trefferquote war zu gering um die Brücke zu zerstören. Am 10. März 1945 begann ein deutscher Gegenangriff des 67. Armeekorps, der aber zu schwach war, um noch Erfolg zu haben.

Die deutsche Heeresleitung versuchte in den folgenden Tagen, die Brücke von Kampfschwimmern zerstören zu lassen. Sie sollten an der Brücke tauchen und Sprengsätze deponieren. Durch starke Suchscheinwerfer konnten sie aber entdeckt werden. Zudem versuchte die Luftwaffe  vergeblich, die Brücke durch Bombenangriffe zum Einsturz zu bringen. Am 12. März 1945, dem Höhepunkt der Luftschlacht schossen die Amerikaner 26 Flugzeuge ab und beschädigten 9 weitere von insgesamt 91 angreifenden Flugzeugen. Es wurden erstmals Düsenbomber vom Typ Arado Ar 234 eingesetzt. Der herangeschaffte Mörser Karl (Kaliber 540 mm) verfehlte sein Ziel ebenfalls und musste schon nach kurzer Zeit aufgrund technischer Probleme aufhören.

Zwischen dem 11. und 17. März wurden durch die SS - Werferabteilung 500 aus ihrer Stellung nördlich von Hellendoorn in den Niederlanden elf V2-Raketen auf den Brückenkopf abgeschossen. Drei Raketen landeten unweit der Brücke im Rhein, fünf weitere westlich der Brücke.

Am 17. März 1945 stürzte die schwer beschädigte Brücke wegen Überlastung ein. Nur die Brückenpfeiler blieben erhalten. Die beiden Pfeiler der Brücke blieben bei dem Einsturz zunächst erhalten und wurden im Sommer 1976 abgetragen. Im Innern der Brückentürme auf der Remagener Seite ist seit 1980 ein Friedensmuseum eingerichtet. Das rechtsrheinische Brückenportal bei Erpel befindet sich seit Kriegsende in einem nahezu unveränderten Zustand.

Der erste Schluck einer jeden Flasche Die Brücke – Dry Gin sollte dem Andenken der zahlreichen Soldaten und Bürger gewidmet sein, die im Zuge der dramatischen Ereignisse während der Schlacht um die Brücke von Remagen ihr Leben verloren.